Drehmomentschlüssel-Mythen und Fakten: Trennen Sie Wahrheit von Fiktion.
Fehlinformationen über Drehmomentschlüssel können zu schlechten Angewohnheiten oder Werkzeugschäden führen. Wir räumen mit vier weiteren gängigen Mythen auf und ersetzen sie durch verlässliche Fakten:
Mythos 1: „Man kann einen Drehmomentschlüssel verwenden, um Schrauben zu lösen.“
Fakt : Drehmomentschlüssel sind zum Anziehen , nicht zum Lösen von Schrauben konzipiert. Zum Lösen von Schrauben ist mehr Kraft erforderlich, als der kalibrierte Bereich des Schlüssels zulässt. Dies kann die internen Federn überdehnen (und damit die Genauigkeit beeinträchtigen) oder den Schlüsselkopf beschädigen. Verwenden Sie zum Lösen festsitzender Schrauben einen normalen Steckschlüssel oder einen Drehmomentschlüssel mit Hebelwirkung – den Drehmomentschlüssel sollten Sie nur zum Anziehen verwenden.
Mythos 2: „Ein höherer Drehmomentbereich bedeutet einen besseren Schraubenschlüssel.“
Fakt ist : Der Wert eines Schraubenschlüssels hängt davon ab, wie gut er für Ihre Projekte geeignet ist , nicht von seinem maximalen Drehmoment. Ein Schraubenschlüssel mit 200 ft-lb (ca. 270 Nm) ist für Elektronikarbeiten unbrauchbar (dafür werden 1–10 in-lbs (ca. 0,2–1,8 Nm) benötigt) und ungenau für kleinere Heimwerkerprojekte (z. B. Möbelbau). Besser: Besitzen Sie 2–3 Schraubenschlüssel (klein, mittel, schwer), um alle Ihre Bedürfnisse abzudecken – das ist kostengünstiger als ein einziger „Allzweckschlüssel“.
Mythos 3: „Wenn der Schraubenschlüssel klickt, ist die Schraube perfekt fest angezogen.“
Fakt : Das Klicken signalisiert, dass das eingestellte Drehmoment erreicht ist – allerdings nur, wenn der Drehmomentschlüssel kalibriert und korrekt verwendet wird. Ist die Schraube verschmutzt (Rost, Fett) oder die Nuss locker, kann der Drehmomentschlüssel klicken, bevor die Schraube fest sitzt. Reinigen Sie Schrauben daher immer zuerst, verwenden Sie eine passgenaue Nuss und überprüfen Sie nach dem Anziehen den festen Sitz (z. B. durch leichtes Wackeln am Bauteil).
Mythos 4: „Drehmomentschlüssel benötigen keine Wartung, wenn man sie selten benutzt.“
Fakt ist : Auch unbenutzte Drehmomentschlüssel benötigen Pflege. Staub und Feuchtigkeit können an Metallteilen Rost verursachen, und die internen Federn können mit der Zeit schwächer werden (selbst bei Nichtgebrauch). Wischen Sie den Drehmomentschlüssel alle sechs Monate mit einem trockenen Tuch ab, fetten Sie das Antriebsende mit Lithiumfett ein und stellen Sie das Drehmoment auf 0 zurück. Wenn Sie ihn ein Jahr lang nicht benutzt haben, lassen Sie ihn vor Ihrem nächsten Projekt kalibrieren – auch gelagerte Drehmomentschlüssel verlieren an Genauigkeit.






